Dr. Herbert Knorr

wurde 1952 in Gelsenkirchen geboren, gelernter Bankkaufmann, Autor und promovierter Literaturwissenschaftler. Tätig als Kultur- bzw. Literaturmanager, etwa in der Funktion als Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna e.V. von 1994 bis 2020; dort war er zuständig für Autoren- und Literaturförderung in und für NRW sowie für Entwicklung und Management zahlreicher Kulturprojekte. Seit 2002 ist er einer der Festivalleiter der Krimi-Biennale Mord am Hellweg, des größten internationalen Krimifestivals Europas, und seit 2011 bis 2020 Intendant des Netzwerkprojektes literaturland westfalen, dessen Idee und Konzept er verantwortete. In über 30 Jahren hat er Dutzende von Literaturprojekten entwickeln und durchführen dürfen, auch Arbeiten für die Gruppe Gelsenkirchener Autoren e.V., für die er von 1989 bis 1993 tätig war. Neben der Veröffentlichung von Sachbüchern, Satiren, Kurzkrimis und zahlreichen anderen publizistischen Arbeiten schrieb er unter dem Pseudonym Chris Marten zusammen mit Birgit Biehl die bei LÜBBE veröffentlichten Thriller HYDRA (2009) und TODESPFAD (2011). Derzeit tourt er mit seinen Krimis und Grotesken SCHITT HÄPPENS (Henselowsky Boschmann) und PUMPERNICKELBLUT (Pendragon Verlag) und anderen Leseshows. Im Januar 2015 erhielt er vom Literaturrat NRW den LITERATURTALER NRW für herausragende Verdienste um die Förderung der Literaturlandschaft in Nordrhein-Westfalen, 2017 den "Ehrenglauser" des Syndikats, der Vereinigung der deutschsprachigen KriminalschriftstellerInnen (beide zusammen mit Sigrun Krauß, Bereich Kultur, Kreisstadt Unna)! 2020 verlieh ihm der Regionalverband Ruhr (RVR) den Ehrenpreis des LITERATURPREIS RUHR.
www.herbert-knorr.de

Herbert Knorr liest: Auch Weihnachtsmänner müssen sterben"
Herbert Knorr live in der Buchhandlung Junius in Gelsenkirchen. Aufnahme vom 01.09.2022. In: Totenstille Nacht. Ein krimineller Adventskalender. Hrsg. von Jan Costin Wagner. Rowohlt-Verlag. Reinbek bei Hamburg 2012.

Herbert Knorr liest "Karl Arsch der Große ist es leid"
Aufnahme vom 01.09.2022, Buchhandlung Junius in Gelsenkirchen. Aus dem Buch: "Mord im Dreiländereck. Kurzkrimis aus der Region Aachen", hrsg. von Peter Gerdes im Auftrag des Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger KrimischriftstellerInnen, anlässlich der Criminale 2019 in Aachen im EMONS Verlag Köln, März 2019.

Herbert Knorr liest: "Die Frau ohne Scham"
Herbert Knorr liest aus seinem Buch "SCHITT HÄPPENS", erschienen im Verlag Henselowsky und Boschmann. Aufnahme aus der Buchhandlung Junius in Gelsenirchen vom 01.09.2022.

Aslı Sevindim

Aslı Sevindim (* 23. Dezember 1973 in Duisburg ist eine Journalistin, Rundfunkmoderatorin und Schriftstellerin. Aslı Sevindim wuchs als Tochter türkischer Eltern in Duisburg-Marxloh auf und besuchte einen katholischen Kindergarten. Nach der Grundschule war sie auf dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, wo sie 1993 ihr Abitur absolvierte. Anschließend studierte sie Politikwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Von 1993 bis 1998, d. h. bereits parallel zu ihrem Studium, arbeitete sie als Moderatorin und Autorin bei Radio Duisburg schwerpunktmäßig für türkischsprachige Sendungen. 1999 begann sie als Journalistin und Hörfunkmoderatorin beim Westdeutschen Rundfunk (WDR). Hier moderierte sie und schrieb für Sendungen im Programm Funkhaus Europa und für Venus FM. Ab 2004 moderierte sie zudem beim WDR-Fernsehen die Sendung Cosmo TV und von 2006 bis zum 25. Mai 2019 als erste türkische Moderatorin die Nachrichtensendung Aktuelle Stunde. Größere Beachtung erhielt Sevindim durch ihre Publikumsmoderation der mitternächtlichen Diskussionssendung zu dem umstrittenen WDR-Fernsehfilm Wut 2006 in der ARD sowie in der Ausgabe der Fernsehsendung Hart aber fair, in der die Veröffentlichung des Buches Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin diskutiert wurde. Als Buchautorin debütierte Sevindim mit dem humorvollen Werk Candlelight Döner: Geschichten über meine deutsch-türkische Familie (2005). Im selben Jahr gehörte auch Sevindim zu den prominenten Türken in Deutschland, die eine Kurzgeschichte für den deutsch-türkischen Erzählband Was lebst Du? (2005) verfassten. Am 30. März 2007 moderierte Sevindim die auf dem Sender 3sat übertragene 43. Verleihung des Adolf-Grimme-Preises, eines der wichtigsten Medienereignisse in Deutschland. Für das Kulturhauptstadtjahr 2010 der Metropole Ruhr war Sevindim als eine von vier künstlerischen Direktoren für das Themenfeld „Stadt der Kulturen“ zuständig. Sie ist auch Mitglied des Kuratoriums des Zentrums für Türkeistudien der Universität Duisburg/Essen und im Integrationsbeirat des Landes Nordrhein-Westfalen. Im November 2018 beteiligte Sevindim sich an dem Programm des Deutschen Ausbildungsleiterkongress in Düsseldorf. Seit dem 1. Juli 2019 ist Sevindim Abteilungsleiterin der Abteilung „Integration“ im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (Quelle: Wikipedia)

STIMMEN ZU 60 DEUTSCH-TÜRKISCHEN JAHREN – VIDEOINTERVIEWS
Stiftung Historische Museen Hamburg.

Adolf Uzarski

Adolf Uzarski wurde 1885 in Ruhrort geboren und starb 1970 in Düsseldorf.Er war ein deutscher Schriftsteller, Maler und Grafiker. Uzarski besuchte das Realgymnasium Meiderich, absolvierte dann eine zweijährige Lehre bzw. ein Praktikum als Maurer und Zimmerer. Nach dem Besuch der Baugewerkschule in Köln beendete er die Ausbildung als Baumeister. Anschließend arbeitete er zwei Jahre lang als Bauführer im Bauamt Meiderich. 1906 verwirklichte er einen langgehegten Wunsch und meldete sich an der angesehenen Kunstgewerbeschule Düsseldorf an. Uzarski besuchte Kurse für Buchkunst und Gebrauchsgrafik bei Fritz Helmuth Ehmcke und lernte dort Arthur Kaufmann kennen. 1910 eröffnete er ein eigenes Atelier in Düsseldorf. 1911 unternahm er die erste seiner zahlreichen Auslandsreisen nach Südeuropa und Nordafrika. Vom Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Uzarski während eines Studienaufenthaltes in Paris überrascht. Mit einem der letzten Züge kehrte er nach Düsseldorf zurück. Uzarski teilte zunächst den patriotischen Überschwang vieler seiner Zeitgenossen. Während des Krieges arbeitete Uzarski als Leiter der Werbeabteilung für das Kaufhaus Leonhard Tietz in Düsseldorf. In den Agenden, die das Kaufhaus seinen Kunden jeweils zu Weihnachten überreichte, hielt der seit 1915 verheiratete Uzarski die geläufige patriotische Gangart bei. Außerhalb seiner Tätigkeit für das Kaufhaus bezog er jedoch energisch Gegenposition. In den revolutionären Wirren der Nachkriegszeit gründete er am 24. Februar 1919 zusammen mit Arthur Kaufmann und Herbert Eulenberg die Künstlervereinigung Das Junge Rheinland, wo er Vorstandsmitglied und Schriftführer war. Uzarski, „Kommunist ohne Parteibuch“, war auch Gründungsmitglied des 1919 gegründeten linken Aktivistenbundes sowie des Ende 1918 gegründeten Immermannbundes. Es gelang Uzarski, das Interesse der Düsseldorfer Öffentlichkeit an moderner und expressionistischer Kunst zu wecken. Sein ehemaliger Arbeitgeber, der kunstbegeisterte Warenhausbesitzer Leonhard Tietz, stellte ihm 1922 in seinem großen Warenhaus (heute Kaufhof), den vierten Stock für seine 1. Internationale Kunstausstellung im Kaufhaus Tietz zur Verfügung. Ausgestellt wurden u. a. Archipenko, Barlach, Chagall, de Chirico, Feininger, Haeckel, Kirchner, Lehmbruck und Picasso. Als Johanna „Mutter“ Ey 1923 seine Kunstwerke gegenüber Freunden schmähte, kam es zu offenem Streit. Uzarski verließ das Junge Rheinland und gründete die Rheingruppe. Als Vorstandsmitglied des Vereins zur Veranstaltung von Kunstausstellungen hatte er Einfluss auf die Organisation der regelmäßig veranstalteten Großen Kunstausstellung Düsseldorf im Düsseldorfer Kunstpalast. Uzarski führte scharfe Attacken in Wort und Bild gegen antidemokratische, antisemitische und militaristische Kräfte und Tendenzen in der Weimarer Republik. Nach der Machtübernahme 1933 geriet er, den die Nazis den Mephisto von Düsseldorf nannten, daher ins Visier der Nationalsozialisten, beim Westdeutschen Rundfunk wurde er entlassen. Seine Anträge auf Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer und die Reichskammer der bildenden Künste wurden abgelehnt und er erhielt Mal- und Schreibverbot. Uzarski entzog sich dem Zugriff der Nazis anfangs durch stete Wechsel des Wohnortes; die letzten Kriegsjahre verbrachte er in Robertville, Belgien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Uzarski nach Düsseldorf zurück. Wie viele von den Nationalsozialisten verfolgte Künstler konnte er nicht an seine alten Erfolge anknüpfen. Uzarskis Satiren waren in der Adenauer-Ära nicht gefragt. Er konnte nur noch einige satirische Zeichnungen in der Zeitschrift Der Deutsche Michel veröffentlichen. Im Laufe der 1950er Jahre geriet er nahezu vollständig in Vergessenheit und wurde für tot gehalten. Als 1967 der verschollen Geglaubte von der Akademie der Künste in Berlin mit einer Retrospektive seiner Werke gewürdigt wurde, rückte Uzarski noch einmal in das Licht der Öffentlichkeit. 1970 wurden grafische Arbeiten Uzarskis im Rahmen der Ausstellung Alte Zeiten im Düsseldorfer Stadtmuseum gezeigt, wenige Wochen später starb er. Sein Grab liegt auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof. Were: Erste Plakate Uzarkis wurden 1908 in der Zeitschrift der Schülervereinigung Ring veröffentlicht, 1913 begann Uzarski mit buchkünstlerischen Arbeiten. 1914, direkt nach Kriegsbeginn, illustrierte er das Jugendbuch Der Weltkrieg. In diesem Band stellte Uzarski den Krieg noch als ein gewaltiges, spannendes Abenteuer dar, eine Haltung, die er schnell revidierte, seine mittlerweile antimilitaristische und antimonarchistische Handlung artikulierte er deutlich in der 1916/1917 erschienenen Lithografienmappe Totentanz. Zu dieser Zeit hatte er in der Kunsthalle Düsseldorf auch seine erste Ausstellung zusammen mit Arthur Kaufmann. Anfangs stand Uzarskis Werk eher in der Tradition des Jugendstils, im Krieg jedoch flossen zunehmend expressionistische und neusachliche Elemente in sein bildnerisches Werk ein, darin näherte er sich George Grosz und Otto Dix, Letzterer porträtierte ihn auch im Bildnis des Adolf Uzarski. 1919 wurde der erste von Uzarskis zehn Romanen veröffentlicht: Die spanische Reise. Von Uzarski erschien die ganzen 1920er Jahre über in nahezu jährlichem Rhythmus ein Roman. Sein bekanntestes literarisches Werk ist bis heute der 1921 veröffentlichte Roman Möppi – Memoiren eines Hundes, in dem der „Düsseldorfer Zille“ das Düsseldorf der Nachkriegszeit satirisch porträtierte. Der Roman erlebte zahlreiche Auflagen und zählt bis heute zur Düsseldorfer „Folklore“. Nach 1945 publizierte Uzarski nur noch einige Bilderbücher für Kinder. Schriften: Tuti-Name, 12 Bl. Originalsteindruck 66 × 51,5 Düsseldorf 1919, Möppi, München, 1921, Die spanische Reise, München, 1921, Chamäleon. Ein Heldenbuch, München, 1922, , Die Reise nach Deutschland, Potsdam, 1924 Tun-Kwang-pipi, Potsdam, 1924, Die Schandsäule von Ludwig M. Aufzeichnungen einer Vision, 1925 Herr Knobloch, München, 1926, Die Fahrten der Mariechen Stieglitz, Düsseldorf 1927, Kurukallawalla, München, 1927, Der Fall Uzarski, München, 1928, Das Hotel Zum Paradies, München, 1929, Beinahe Weltmeister, München, 1930, Panoptikum, Berlin, 1955, Eine nachdenkliche Geschichte in 48 Bildern, Berlin, 1984, Lager-Schaden, Berlin, 1985. (Quelle: Wikipedia).

Hatice Akyün

Hatice Akyün wurde 1969 im anatolischen Dorf Akpınar Köyü rund 150 Kilometer südöstlich von Ankara geboren. 1972 zog sie mit ihren Eltern und einer älteren Schwester nach Duisburg, wo ihr Vater, ein Landwirt, begann, als Bergmann zu arbeiten. Sie lernte Deutsch mit Grimms Märchen und sagt von sich, dass ihr „Herz deutsch und ihre Seele türkisch“ sei. Nach der Mittleren Reife machte Akyün eine Ausbildung zur Justizangestellten beim Amtsgericht in Duisburg. Anschließend holte sie ihr Abitur nach. Nach einem Jahr als Au-pair in New York begann sie ein Studium der Betriebswirtschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zugleich arbeitete sie als freie Journalistin für die Lokalredaktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Nach einem Volontariat zog sie im Jahr 2000 nach Berlin und arbeitete als Society-Reporterin für die Zeitschrift Max. Ein Scoop gelang ihr mit dem Skandalinterview, das sie mit der damaligen Ehefrau des Schweizer Botschafters in Berlin, Shawne Fielding Borer, führte. Für ein Fotoshooting setzte diese sich in der Botschaft auf ein Pferd. Das Interview und die Fotos lösten in der Schweiz einen Skandal aus. Im Jahr 2007 brachte Akyün eine Tochter zur Welt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Hamburg lebt sie seit 2009 wieder in Berlin. In den letzten Jahren, vor allem seit der von Thilo Sarrazin entfachten Debatte, meldet sich Akyün auch verstärkt in Sachen Integration zu Wort. 2011 äußerte sie in einem Interview sogar, sie denke daran, in die Türkei auszuwandern. Im Jahre 2009 wurde Akyün mit dem Duisburger Preis für Toleranz und Zivilcourage ausgezeichnet. Die Jury aus Vertretern verschiedener Bereiche des öffentlichen Lebens würdigte das Engagement der Autorin für Toleranz und für die wichtige Bedeutung der Sprache bei der Integration. Am 12. Mai 2009 wurde Akyüns Blog auf westropolis.de „Neulich in der Parallelwelt“ mit 25 anderen Blogs vom Grimme-Institut für den Grimme-Online-Award 2009 nominiert. Innerhalb des VOX-Formats Frauenzimmer (2009) war Akyün drei Wochen lang auch regelmäßig im deutschen Fernsehen zu sehen. Seit 2010 ist sie in der Jury des Franz-Hessel-Preises. Er ist ein deutsch-französischer Literaturpreis, der jährlich verliehen wird. Akyün war 2011 in der Jury des Nachwuchsfilmpreises „First Steps“ in der Kategorie „Dokumentation“, der von der Deutschen Filmgesellschaft jährlich verliehen wird. Bei der Preisverleihung am 23. Juli 2011 hielt sie die Laudatio für den Gewinner. Für das Festivalorchester Deutschland-Türkei des Young Euro Classics übernahm sie 2011 die Patenschaft. Am 9. Dezember 2011 bekam Akyün gemeinsam mit der Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan den Berliner Integrationspreis verliehen. Den Preis vergab die Jury für „ihre herausragenden Beiträge zur aktuellen Debatte um Einwanderung und Integration und ihr Engagement für ein demokratisches Miteinander“. Der Integrationspreis wird jährlich vom Landesbeirat für Integrations- und Migrationsfragen Berlin ausgelobt. 2011 waren Berlinerinnen und Berlin gesucht, die sich, so der Ausschreibungstext, „durch Beiträge und Initiativen in der Öffentlichkeit um die Versachlichung der Debatte zur Einwanderung verdient gemacht und damit der Stigmatisierung von Einwanderergruppen entgegen gewirkt haben.“ Im Herbst 2013 bekam sie den Sonderpreis für Toleranz und Integration der Initiative Hauptstadt Berlin und 2017 den Helmut-Sontag-Preis verliehen. Im Juni 2021 bekam sie den Theodor-Wolff-Preis für Journalismus in der Kategorie „Meinung“ zugesprochen. Die Jury würdigte Akyüns ebenso „klare wie emotional argumentierte Reflexion“ über das Leben als „Vorzeigemigrantin“. Sie problematisiere in dem Text „Raus aus der Manege“ klug am eigenen Beispiel Fragen der Identität und Gleichberechtigung, ohne schnelle Lösungen anzubieten. Werke (kleine Auswahl): Einmal Hans mit scharfer Soße. Goldmann, 2005, Ali zum Dessert. Goldmann, 2008, Ich küss dich, Kismet. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2013, Verfluchte anatolische Bergziegenkacke. Oder wie mein Vater sagen würde: Wenn die Wut kommt, geht der Verstand. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2014 (Quelle: Wikipedia).
www.akyuen.de

Hatice Akyün INTERVIEW
ALEX Berlin

Willi Fährmann

Der Kinder- und Jugendbuchautor Willi Fährmann wurde 1929 in Duisburg geboren und starb 2017 in Xanten. Willi Fährmann begann 1946 zunächst eine Lehre als Maurer und studierte anschließend Pädagogik in Münster und Oberhausen. Ab 1953 arbeitete er als Lehrer an einer Volksschule in Duisburg und wurde 1963 als Schulleiter nach Xanten berufen. Bis zu seiner Pensionierung bekleidete er ab 1972 den Posten eines Schulrats. Als Mitglied der katholischen Jugend bereiste Fährmann England, wo er sich vor allem mit dem Leben und Werk Thomas Morus’ beschäftigte. Er unterstützte mehrere Jahre lang die Arbeit des Jugendverbandes Katholische Junge Gemeinde (KJG), indem er für deren Zeitschrift forum die Aufgaben der Schriftleitung wahrnahm. Fährmann ist der Vater des Kameramanns und Drehbuchautors Tom Fährmann. Er lebte seit 1963 in Xanten am Niederrhein und war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Bücher von Fährmann wurden in mehr als 80 Sprachen übersetzt. Werke (kleine Auswahl): Graue Kraniche – Kurs Süd, Das Geheimnis der Galgeninsel, Die Verschwörung der Regenmacher, Das Jahr der Wölfe, Die Stunde der Puppen, Es geschah im Nachbarhaus, Kristina, vergiss nicht, Das feuerrote Segel, Ein Platz für Katrin, Die Botschaft der Federn, Der lange Weg des Lukas B., Der überaus starke Willibald, Zeit zu hassen, Zeit zu lieben, Und leuchtet wie die Sonne, Die letzte Fähre, Siegfried von Xanten, Der Hahn im Korb, Carlos und Isabella, Roter König – weißer Stern, Der Wackelzahn muss weg, Der König und sein Zauberer: Nach der Artussage erzählt. Meine Oma macht Geschichten. Unter der Asche die Glut. Der wunderbare Teppich. Sie weckten das Morgenrot. So weit die Wolken ziehen. Das Glück ist nicht vorbeigegangen. Willi Fährmann erinnert sich. Der Hirschhornknopf im Klingelbeutel. Auszeichungen: 1974: Grand prix des Treize für Kristina, vergiss nicht 1978: Großer Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. Volkach 1981: Deutscher Jugendliteraturpreis für Der lange Weg des Lukas B. 1981: Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis für Der lange Weg des Lukas B. 1982: La vache qui lit 1983: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland 1996: Wildweibchenpreis 2011: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen In Nordrhein-Westfalen wurden fünf Schulen nach ihm benannt. (Quelle: Wikipedia)

2. Niederrhein-Talk in der Sparkasse am Niederrhein
Willi Fährmann gibt Auskunft.

"Wie aus dem Ei das Osterei wurde" - ein österliches Bilderbuch von Willi Fährmann
Lesung

Bahattin Gemici

Der Autor Bahattin Gemici wurde 1954 in Ankara geboren. Er lebt seit 1977 in Herten (NRW) und arbeitete als Lehrer, schreibt Gedichte, Kurzgeschichten und Märchen. Mehrere seiner Veröffentlichungen in Deutsch und Türkisch wurden vom WDR und dem türkischen Rundfunk und Fernsehen gesendet. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er setzt sich literarisch u.a. mit diesen Themen auseinander: Einwanderung, Flüchtlinge, Fremdsein, Fremdenfeindlichkeit, Anderssein, Abgrenzung, Integration, Gewalt und Frieden. Gemici möchte durch die Literatur zwischen Einheimischen und Migranten Brücken bauen, gegenseitiges Verständnis schaffen. Literarische und andere Auszeichnungen: 1984 Georg-Tappert-Preis der GEW, 1986 Auszeichnung der Stadt Herten, 1989/1992 Arbeitsstipendien des Kultusministeriums NRW, 1996 1. Lyrikpreis in türkischer Sprache bei der VHS Köln, 2003 Preis des türk. Fernsehens TRT-INT, 2006 Kurzgeschichtenpreis des Türkischen Rundfunks. Veröffentlichungen: Sing’ weiter dein Lied, Gedichte, Oberhausen, 1989, Schweigend... Aufschreiend... Gedichte, Oberhausen, 1993, Un-heimisch fremd, Gedichte, 2005, Der unbekannte Nachbar, Kurzgeschichten, 2016, Yarım Bırakma Türkünü, Gedichte, Ankara, 1988, İlkokullar İçin Şiirler, Anthologie, Ankara, 1988, Esinti, Gedichte, Ankara, 1996, Şimdi vaktidir, Gedichte, 2006, Almanya Öyküleri, Kurzgeschichten, 2007, , Gözden Irak (Aus den Augen), Kurzgeschichten, Ankara, 2013, Önce Eğitim (Zuert die Erziehung), Erziehungsratgeber, Ankara, 2013, Texte in Anthologien und Schulbücher, Seine Gedichte wurden vom WDR in der Reihe "Lyrik in NRW, seine Kurzgeschichten in der Hörfunkreihe "Mitmenschen" gesendet (Quelle: Homepage Bahattin Gemici).

www.bgemici.de/index.html

Künstlerportrait Bahattin Gemici
Radio-Kaktus Münster e.V.

Hendryk Keisch

Henryk Keisch wurde am 24. Februar 1913 in Moers geboren. Keisch machte sein Abitur in Duisburg-Ruhrort und ging zum Studiumder Literatur- und Theaterwissenschaft nach Köln. Bei der Machtübernahme Hitlers im Jahre 1933 emigrierte Keisch, der einer jüdischen Familie entstammte, nach Frankreich, wo er in der französischen Armee und Resistance kämpfte. Nach seiner Verhaftung im Jahr 1944 konne er aus dem Deportationszug ins KZ Auschwitz fliehen. Nach dem Krieg ließ er sich in Ost-Berlin nieder.Er wurde Redakteur und Theaterkritiker, trat der SED bei und arbeitete fortan als freier Schriftsteller. Von 1974 bis 1985 fungierte er als Generalsekretär des PEN-Zentrums der DDR. 1986 verstarb er in Berlin. Werke (kleiner Auszug): Der unbekannte Nachbar, Drehbuch zu: Wer seine Frau lieb hat und zu Der Hauptmann von Köln und An französichen Kaminen. Bücher: Meinungen, Verneinungen. Darauf einen Vierzeiler. Gehauen und gestichelt. Er Karpfen wollte ein Hei sein. Auszeichnungen: u.a. die Carl-von-Ossietzky-Medaille und 1978 das Banner der Arbeit (Quellenangaben: Wikipedia, www.literatur-rheinland.de mit einem Beitrag von Ernst Müller). Keisch erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1968 die Carl-von-Ossietzky-Medaille und 1978 das Banner der Arbeit.


Jacques Berndorf

Jacques Berndorf wurde 1936 in Duisburg-Hamborn geboren und starb 2022 in Dreis-Brück. Sein bürgerlicher Name war Michael Preute. Die Familie Preute zog ein Jahr nach seiner Geburt nach Osnabrück. Dort lebte Preute bis 1951, ging nach Volksschule und drei Jahren kriegsbedingter Schulpause zum Gymnasium Carolinum, das er wegen „Aufsässigkeit und aktivem Desinteresse“ (O-Ton) mit 15 Jahren verließ. Anschließend besuchte er ein Internat in Nordhessen. Nach seinem Abitur begann er in Köln ein Medizinstudium. Um finanziell von seinen Eltern unabhängig zu werden, brach er sein Studium ab und wurde Journalist. Preute lernte sein Handwerk von Grund auf, mit Stationen als Schriftsetzer und Metteur. Sein erstes Volontariat bekam er beim Duisburger General-Anzeiger. Dort konnte er mit dem Fortsetzungsroman Mord am Kaiserberg auch belletristisch debütieren. In den Jahren 1962 bis 1964 war er Gerichtsreporter bei der Neuen Ruhr Zeitung, anschließend bei der Rheinischen Post. 1968 kam er zur Münchener Illustrierten Quick. Als Preute im selben Jahr über den Einmarsch der sowjetischen Armee in der ČSSR berichten wollte, wurde er verhaftet. Anlässlich seiner Festnahme und späteren Freilassung kam es zwischen Preute und seinem Arbeitgeber, dem Quick-Chefredakteur Siegfried Aghte, zu Differenzen. Preute kündigte und arbeitete fortan als freier Journalist und Schriftsteller. Meistens schrieb Preute für die Münchner Presse-Agentur von Josef von Ferenczy. In den folgenden Jahren war er in vielen Kriegs- und Krisenregionen der Welt unterwegs: Vietnam, Libanon, Südafrika und Kolumbien. Er löste sich 1976 vom Alkohol und schaffte 1978 die Rückkehr in den Beruf als Journalist. Er befasste sich im Wesentlichen mit Drogengeschichten. In Zusammenarbeit mit einem hessischen Oberstaatsanwalt ließ er eine weltweit operierende große Dealergruppe auf Ibiza auffliegen. Nach Trennung von seiner Familie ließ sich Michael Preute zur Jahreswende 1983/84 mit mehreren Rechercheaufträgen überregionaler Nachrichtenmagazine in Berndorf in der Eifel als Schriftsteller nieder. Zu diesem Zeitpunkt recherchierte er im Auftrag des Spiegels eine Reportage über den „Regierungsbunker“ in Marienthal an der Ahr. 1989 legte er den ersten Eifel-Krimi vor. Um seine Romane von seinen Sachbüchern zu trennen, riet ihm sein francophiler Verleger zu einem Pseudonym und empfahl „Jacques“. Preute ergänzte den Namen mit seinen damaligen Wohnort Berndorf bei Hillesheim. Mitte der 1990er Jahre zog Preute in die Eifelgemeinde Dreis-Brück um. Dort wohnte er wie sein Romanheld Siggi Baumeister in der Heyrother Straße. 1996 heiratete er die Soziologin Angelika Koch, die ebenfalls Kriminalromane schrieb. Um seinen Protagonisten Siggi Baumeister veröffentlichte er schon zuvor Romane, doch mit dem im Grafit Verlag erscheinenden Zyklus wurde er überregional bekannt. Auf dem Eifel Literatur Festival 1996 bekam Preute für sein Gesamtwerk den Eifel-Literaturpreis zuerkannt. Preute war Mitglied des Syndikats, der „Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur“. Die Vereinigung verlieh Preute am 17. Mai 2003 auf der Criminale in Westerburg (Westerwald) den Friedrich-Glauser-Preis. Der Eifeler Autorenkollege Ralf Kramp überreichte ihm den Ehren-Glauser und hielt die Laudatio. Im selben Jahr erschien das erste der Hörbücher, die in Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Freund Christian Willisohn entstanden. 2007 wurde ihm von Ministerpräsident Kurt Beck der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Im Herbst 2019 erklärte er, dass er nach 40 Büchern und 30 Jahren Eifel-Krimis mit dem Schreiben aufhöre. Fritz-Peter Linden schrieb: „Er ohrfeigt Chefredakteure und flirtet mit Romy Schneider. Er leert zwei Flaschen Whiskey am Tag und pumpt sich mit Tabletten voll. Er verdient Unsummen und verschenkt alles. Er ruiniert Ehen und Familien. Einen Selbstmordversuch überlebt er knapp. Als abgerissener, abgebrannter, abgefuckter Starreporter und Weltenbummler verirrt er sich 1984 in die Eifel. Und bleibt. Er hat den Blues, er häutet sich, zum wiederholten Mal, er fängt ganz von vorn an. Kein Alkohol mehr. Keine Tabletten. Keine Extravaganzen. Aus Michael Preute wird Jacques Berndorf.“ Die Gesamtauflage der Krimis aus der Eifel-Reihe liegt bei über sechs Millionen. Neben 23 Eifel-Krimis um Siggi Baumeister schrieb Jacques Berndorf fünf Krimis um Karl Müller. Andere Werke (kleine Auswahl): Magnetfeld des Bösen (1970). Der Verführer mit dem goldenen Herzen (1973). Elvis Presley – The King – mit Beate Guldner. Vera Brühne – Ein Justizirrtum? (1982). Aberglauben GmbH (1984). Vom Bunker der Bundesregierung (1984). Drogenmarkt Schule. Drogen – Dealer – Konsumenten (1991). Wenn Du alt wirst in Deutschland (1994). Wie alles begann, Baumeister und die Frauen, Etwas über Katzen, Auto(r)biographie in Jacques Berndorf − Eifel-Täter. Otto Krause hat den Blues, Hörbuch/CD (2003) mit Christian Willisohn. Der Kurier (2009), Grafit-Verlag. Samiras Blues, Hörbuch/CD (2009) mit Christian Willisohn. Nuttenbunker, Hörbuch/CD (2012) mit Christian Willisohn (Quelle: Wikipedia).

Interview mit Jacques Berndorf über "Die Nürburg-Papiere""
Jacques Berndorf über sein Buch und sein Leben.

Jacques Berndorf im OK54 Bürgerrundfunk
Der Autor der Eifel-Krimis gibt Selbstauskünfte

Karosh Taha

Karosh Taha (* 1987 in Zaxo, Irak) ist eine kurdisch-deutsche Schriftstellerin. Mit ihren Eltern kam sie 1997 nach Deutschland, wo sie in Duisburg – über zehn Jahre lang lediglich mit einem Duldungsstatus – aufwuchs. Da ihr eine Tätigkeit als Schriftstellerin für ihren Status zunächst als zu gewagt erschien, absolvierte sie mit einem Stipendium ein Lehramtsstudium an der Universität Duisburg-Essen sowie in den Vereinigten Staaten. Sie war als Lehrerin für Englisch und Geschichte an einem Essener Gymnasium tätig,arbeitete nach ihrem ersten Roman noch als Vertretungslehrerin und hat 2021 ihre Unterrichtstätigkeit ganz eingestellt. Ihren Debütroman Beschreibung einer Krabbenwanderung, der aus der Kurzgeschichte Displaced persons hervorging,verlegte 2018 der DuMont Buchverlag. In ihm erzählt die Autorin die Geschichte einer sich zunehmend entfremdenden kurdischen Familie. Die Ich-Erzählerin Sanaa pendelt zwischen „Emanzipation und sozialer Kontrolle“ und erlebt die „Ambivalenz“ migrantischer Familienstrukturen. Die Hörspielfassung ihres Romans wurde 2021 bei WDR3 und COSMO ausgestrahlt. Ihr 2020 erschienener Roman Im Bauch der Königin ist als „Wendebuch“ konzipiert: jeweils aus einer weiblichen und einer männlichen Perspektive wird in zwei alternativen Geschichten über die unkonventionelle – mit vielen Konventionen brechende – Hauptfigur Shahira und – wie im ersten Roman – über das Leben in einer kurdisch-deutschen Community in einer Hochhaussiedlung erzählt. Auszeichnungen: 2018: Förderpreis des Landes NRW, 2018: Nominierung für den Ulla-Hahn-Preis, Nominiert für den Kranichsteiner Literaturförderpreis, 2018: Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin, 2019: Heinrich-Heine-Stipendium, Werkstipendium der Kunststiftung NRW, 2019: Hohenemser Literaturpreis, 2019: Stipendium Deutscher Literaturfonds, 2019: Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium, 2020: Horst Bingel-Preis für Literatur für ihre „kritische und zugleich hoch emphatische Beobachtung unserer Gesellschaft“, 2021: Alfred Döblin-Medaille, insbesond. für den Roman Im Bauch der Königin (Quelle: Wikipedia).

Karosh Taha liest "Im Bauch der Königin"
Erschienen im Dumont-Buchverlag

Karosh Taha liest aus »Beschreibung einer Krabbenwanderung«
Erschienen im Dumont-Buchverlag

"Lenin auf Schalke" von Gregor Sander

Gregor Sander (* 24. April 1968 in Schwerin) ist ein deutscher Autor. Bevor er zu studieren begann, absolvierte er Ausbildungen zum Schlosser und zum Krankenpfleger. Danach studierte er drei Semester Medizin an der Universität Rostock und daran anschließend einige Semester Germanistik und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1996 bis 1997 besuchte er die Berliner Journalisten-Schule. Seine literarische Laufbahn startete er im Jahr 2002 mit dem Erzählband Ich aber bin hier geboren. Mit der Titelerzählung seines im Frühjahr 2011 erschienenen Erzählbandes Winterfisch reüssierte er 2009 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und erhielt dort den „3sat-Preis“. Sander erhielt 2012 ein zehnwöchiges Stipendium an der Queen Mary University of London. Für den Film "Was gewesen wäre", der 2019 Premiere auf dem Filmfest München feierte, verfasste Sander das Drehbuch nach seinem eigenen Roman. Sander lebt als freier Autor in Berlin. (Quelle: Wikipedia)
www.gregorsander.com

Fernsehbericht; Gregor Sander über sein Buch "Lenin auf Schalke“ | Westart | WDR
Ein Beitrag von Hilka Sinning. Dieser Beitrag wurde im Jahr 2022 produziert.

LENIN AUF SCHALKE von Gregor Sander - Booktube Buchvorstellung
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Gerd Puls

Geboren 1949 in Heeren-Werve. Ausbildung und Arbeit als Werbekaufmann in Dortmund. Zivildienst in Unna. Studium der Pädagogik in Dortmund. Grundschulleiter in Kamen. Veröffentlichungen (kleine Auswahl): Kathi kommt klar. Balve: Engelbert 1975; Münster: Ardey 2005 – Liebesbilder. Gedichte und Grafik. Bönen 1985 – Hinterm Haus. Gedichte vom Rand der großen Städte. Gelsenkirchen: Zwingmann 1986 – Noch ein Totentanz. Gedichte und Graphik. Bochum: Bornewasser 1988 [mit P. Beckmann] – Was Kalle alles kann. Balve: Engelbert 1988 – Ruhrpott. Gedichte und Grafik. Bochum: Beckmann 1989 – Hommage an den Regenwald. Dortmund: Spenner 1991 – Ruhrpott. Ansichten, Einsichten. 20 Gedichte, 20 Grafiken. Bochum 1992 – Umgrenzte Gefühle. Ein Gartengedicht. Kamen: Selbstverlag 1996 – Umarmungen. Liebesgedichte. Kamen: Selbstverlag 1997 – Heerener Holz. Naturlyrik. Kamen: Selbstverlag 1998 – Bis der Baum im Ständer steht. Erzählungen. Münster: Ardey 2001 – Lieder vom Löwenzahn: Westfälische Gedichte querbeet. Münster: Ardey 2003 – Lass es Liebe sein. Erzählungen. Bochum: Brockmeyer 2014 – Beste Aussicht. Westfälische Grüße. Bochum: Projektverlag 2014 – Über der Stadt. Gedichte aus dem Ruhrgebiet. Düsseldorf: Edition Virgines 2018 – Einfach ins Herz. Tod im Revier. Erzählungen. Bochum: Projektverlag 2018 – Silberfunken Schattenflug. Geschichten und Gedichte querbeet. Dortmund: Verlag Dortmunder Buch 2020 – Lesebuch Gerd Puls. Zusammengestellt von Arnold Maxwill. Bielefeld: Aisthesis 2021. Herausgabe Vor Ort. Bergkamen 1981 – Eh alles in Scherben fällt. Bergkamen 1983 – Im Autobahnkreuz oder die Umwelt, die ich meine. Geschichten und Gedichte von 24 Autoren. Veröffentlichung des Westf. Literaturbüros Unna. Essen: Klartext 1984 [mit G. Rademacher] – K. Goehrke: Frag doch Strelinski. Erzählungen. Bönen: Kettler 1985 – Liebesbilder. Kamen: Kettler 1987 – Josef Reding. Lesebuch. Bielefeld: Aisthesis 2016. Auszeichnungen Literaturpreis der Stadt Bergkamen (1981, 1983). (Quelle: https://www.lexikon-westfaelischer-autorinnen-und-autoren.de/)
www.gerd-puls.de

Gerd Puls über Josef Reding.
Josef Reding zum 90. Geburtstag. Gerd Puls live in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund. Aufnahme vom 01. April 2019.

Gerd Puls: Nur dieser Moment
Gemeinsam mit dem Dortmunder Autoren und Flusspoeten Thorsten Trelenberg nimmt er die Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch sein literarisches und künstlerisches Schaffen. Eine Veranstaltung der Stadtbücherei Kamen im Rahmen von lila lettern - literatur aus westfalen des Netzwerks literaturland westfalen, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Dr. Peter Scholl-Latour

Peter Roman Scholl-Latour (* 9. März 1924 in Bochum als Peter Scholl; † 16. August 2014 in Rhöndorf) war ein deutsch-französischer Journalist, Sachbuchautor und Publizist. Wegen ihrer Schwierigkeiten mit den Nationalsozialisten schickten ihn seine Eltern 1936 zur Sicherheit auf das Jesuitenkolleg Sankt Michael in die Schweiz. 1940 kehre er nach Deutschland zurück. 1943 Abitur in Kassel. Er wollte sich der Partisanenarmee Titos anschließen, wurde aber 1945 verhaftet und war in Gestapo-Haft in Graz, Wien und Prag. 1945/46 Angehöriger einer französischen Fallschirmjägereinheit. Teilnahme am Indochinakrieg. Danach Studium der Philologie, Politikwissenschaft und Arabistik in Mainz, Paris und Beirut. 1954 Promotion an der der Sorbonne. Bereits während seines Studiums arbeitete er als Reisejournalist. 1954/55 war er Regierungssprecher im Saarland. Ab 1956 ausschließlich Journalist, u.a. Afrika-Korrespondent der ARD, Leitung des ARD-Studios in Paris, Chefkorrespondent beim ZDF, Leitung des ZDF-Studios, WDR-Fernsehdirektor und Programmdirektor, Chefredakteur und Herausgeber des Stern, Vorstandsmitglied des Verlags Gruner und Jahr, Beiratsmitglied der UFA-Film- und Fernseh-GmbH. Nach dem Ausscheiden bei Gruner und Jahr unentwegt als Autor von Dokumentarfilmen und Publizist tätig. Mitglied des Beirates und später Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Auszeichnungen: Adolf-Grimme-Preis, Goldene Kamera, Goldener Bambi, Aristide-Briand-Preis, Straßburger Goldmedaille für deutsch-französische Annäherung, Elise-Kühn-Leitz-Preis (1989), Bayerischer Fernsehpreis (1991), Telestar und Preis des Deutsch-Französischen Kulturrates (1992), Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik (1999), Ehrenprofessur der Ruhr-Universität Bochum (1999), Siebenpfeiffer-Preis 82003), Aufnahme in die französische Ehrelegion (2005), Karl-Carstens-Preis (2005), Verdienstorden 1. Klasses des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2006), Dr. Said Ramadan-Friedenspreis für Dialog und Völkerverständigung (2008), Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis für Publizisten (2008), Mercator-Professur der Universität Duisburg-Essen (2009). Veröffentlichungen (kleine Auswahl): "Matata am Kongo", Deutsche Verlags-Anstalt 1961, "Der Tod im Reisfeld - Dreißig Jahre Krieg in Indochina, 1980, "Der Wahn vom Himmlischen Frieden - Chinas langes Erwachen", Siedler 1990, "Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs", Heyne 1990, "Weltkrise Arabien. Allah, Blut und Öl – Hintergründe eines Konflikts", Stern-Bücher 1991, "Unter Kreuz und Knute – Russische Schicksalsstunden", Bertelsmann 1992, "Eine Welt in Auflösung – Vor den Trümmern der Neuen Friedensordnung", Berlin 1993, "Im Fadenkreuz der Mächte – Gespenster am Balkan", Bertelsmann 1994, "Lügen im Heiligen Land – Machtproben zwischen Euphrat und Nil", 1998, "Afrikanische Totenklage – Der Ausverkauf des Schwarzen Kontinents", Bertelsmann 2001, "Kampf dem Terror – Kampf dem Islam? Chronik eines unbegrenzten Krieges", München 2002, "Koloss auf tönernen Füßen – Amerikas Spagat zwischen Nahem und Fernem Osten", München/Berlin 2005, "Der Weg in den neuen Kalten Krieg", Berlin 2008, "Die Angst des weißen Mannes: Eine Welt im Umbruch", Berlin 2009.

Dr. Peter Scholl-Latour: Das Ende der weißen Weltherrschaft (1/5)
Vortrag des Mercator-Professors 2009 Peter Scholl-Latour am 26. Januar 2010

Dr. Peter Scholl-Latour: Das Ende der weißen Weltherrschaft (2/5)
Vortrag des Mercator-Professors 2009 Peter Scholl-Latour am 26. Januar 2010

Dr. Peter Scholl-Latour: Das Ende der weißen Weltherrschaft (3/5)
Vortrag des Mercator-Professors 2009 Peter Scholl-Latour am 26. Januar 2010

Dr. Peter Scholl-Latour: Das Ende der weißen Weltherrschaft (4/5)
Vortrag des Mercator-Professors 2009 Peter Scholl-Latour am 26. Januar 2010

Dr. Peter Scholl-Latour: Das Ende der weißen Weltherrschaft (5/5)
Vortrag des Mercator-Professors 2009 Peter Scholl-Latour am 26. Januar 2010

Frank Baier

Frank Baier (* 12. Februar 1943 bei Braunschweig; † 9. April 2022 in Duisburg) war ein deutscher Volkssänger und Liedermacher, Musiker, Autor und Ingenieur, der im Ruhrgebiet in einer Zechensiedlung lebte und arbeitete. Frank Baier lebte ab 1949 im Ruhrgebiet und wuchs in Essen-Frohnhausen auf. Er absolvierte die Ausbildung zum Werkstoffprüfer in der Gießerei des Stahlerzeugers Krupp in Essen. Anschließend studierte er Verfahrenstechnik an der Hochschule Niederrhein / Krefeld mit dem Abschluss als Ing. grad.
Privatleben
Frank Baier arbeitete nach seinem Hochschulabschluss bis 1996 als Ingenieur im Bereich Post und Fernmeldewesen. Ab 1981 lebte der zweifache Vater in der Rheinpreußen-Siedlung Duisburg-Homberg mit seinem Archiv in einem alten Zechenhaus.
Werk
1960er Jahre: Skiffle-Szene und Frühzeit Baier spielte bereits als Vierjähriger Mundharmonika, mit ca. elf Jahren lernte er in der Jugendbewegung und auf Tramp-Fahrten durch Europa, die Ukulele zu spielen. Bereits hier entstand sein erstes handgeschriebenes Fahrtenliederbuch. Als Instrumente kamen später noch Gitarre, Banjo, Knopf-Akkordeon, Bandoneon und die Harfe hinzu. Ende der 50er Jahre stieg Baier – über die Beschäftigung mit Spirituals und Blues – in die rege Essener Skiffle-Szene ein. Er wurde der Front-Sänger der Saints Rambler Skifflegroup in Essen-Frohnhausen. 1966 bis 1969 nahm Baier als Besucher an den Festivals auf Burg Waldeck im Hunsrück teil. Dies und die Essener Songtage 1968 waren für ihn Schlüsselerlebnisse in seiner Entwicklung als Liedermacher. Bei den Ostermärschen inspirierten ihn die Auftritte der Blues-Sängerin Fasia Jansen mit der Düsseldorfer Skiffle-Combo Die 4 Conrads. Nun begann Baier eigene Lieder mit deutschen Texten zu schreiben. Recht bald wurden auch seine eigenen Lied-Texte durch die gemeinsame Studioarbeit mit dem Autor und Texter Thomas Rother stärker gesellschaftskritisch und politischer.
1970er Jahre: Ensemblearbeit
Wegweisend waren für Frank Baier dabei die Vertonungen von Rother-Texten durch den Liedermacher Bernd Witthüser. Einige dieser Lieder von Witthüser sang Baier in seinen ersten Konzerten. Um 1970/71 gründete Baier gemeinsam mit Rolf Hucklenbruch und Harald Golbach die Gruppe Kattong, die sich bald mit politischen Texten auf zahlreichen Konzerten in Justizvollzugsanstalten und Fürsorgeheimen profilierte. Kattong spielte dabei auch mehrfach im Vorprogramm der West-Berliner Gruppe Ton Steine Scherben. 1971 erschienen erstmals Baiers Lieder auf der Anthologie-LP Gitarre vorm Bauch. Im selben Jahr folgte die Single Lieder vor und hinter Gittern. 1972 erschienen weitere Lieder auf der ersten Kattong-LP Stiehl dem Volk die Geduld. Die Kattong-Single Rotes Liebeslied (Texte von Thomas Rother) wurde 1972 vom Landesvorstand der Jungsozialisten in Nordrhein-Westfalen herausgegeben; sie durfte zeitweise im Bayerischen Rundfunk aufgrund inhaltlicher Bedenken nicht gespielt werden. 1973 formierte Baier gemeinsam mit dem Musiker Walter Westrupp, den er noch von der Skiffle-Szene der frühen 60er Jahre her kannte, das Duo BaierWestrupp. Beide Musiker komponierten und schrieben Texte und spielten während ihrer Auftritte mehrere Instrumente. Sie steuerten u. a. Kinderlieder zu Fernsehserien wie Sesamstraße und Die Sendung mit der Maus bei, daneben auch Musik zur TV-Reihe Familie Zisch. Parallel begann Baier als Gastmusiker in Westrupps Skiffle-Formation Walter h.c. Meier Gang eine elektrisch verstärkte Ukulele zu spielen. Daraus ging schließlich das Ensemble Walter h.c. Meier Pumpe hervor, das sich bis 1976 in der gesamten Bundesrepublik mit Skiffle-Musik und deutschen Texten profilierte (u. a. in den Liedern Baby Barré und Segeroth-Skiffle). Baiers Spitzname „Pumpe“ verbreitete sich nun in der Musiker-Szene; der Name stammte aber bereits aus seiner Zeit in der Jugendbewegung.
1970er und 1980er Jahre: Engagement im Ruhrgebiet
Mitte der 1970er Jahre zog Frank Baier in den Duisburger Arbeiter-Stadtteil Bruckhausen. Auf die dortige gesellschaftliche Debatte reagierte er mit dem Lied Ausländerfragen. In Duisburg-Bruckhausen begann Baier auch seine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Bergarbeiter-Bewegung, ihrer Literatur und ihren Liedern. Daraus entwickelte sich ein jahrzehntelanges Engagement, dem Baier die Bezeichnung „Pottpoet“, „Ruhrpottbarde“ und später „Mister Ruhrgebiet“ verdankt. Frank Baier schrieb mehrere Sammelband-Beiträge über Arbeiter- und Bergmannslieder des Ruhrgebiets – u. a. für eine Dokumentation der 3. Duisburger Akzente 1979 (Lieder und Leute vor Ort). Er sammelte historische Musikaufzeichnungen und Texte, interviewte noch lebende Arbeitersänger und zeichnete ihre Darbietungen auf Tonträger auf. Baier vertonte einige der historischen Texte neu (z. B. Der Lohntag – 1911 und Auf der Schwarzen Liste – 1889). Zu diesen Arbeiter-Dichtern gehörten neben Heinrich Kämpchen (1847–1912) auch die Bergleute Johannes Grohnke und Johannes Leschinski, die ihm nach seiner Aussage besonders eindringlich über die Kämpfe der Roten Ruhrarmee im März 1920 berichteten und eigene Lieder vorsangen. Wichtig wurde für Baier bald die Zusammenarbeit mit den Literaten der Dortmunder Gruppe 61 und der Literarischen Werkstätten im Ruhrgebiet; besonders interessierten ihn Texte von Josef Reding, Thomas Rother, Liselotte Rauner, Richard Limpert, Josef Büscher und Hugo Ernst Käufer, die er auch mehrfach vertonte. Dieser Arbeitsschwerpunkt schlug sich 1978 nieder in der LP Mein Vater war Bergmann. Sie entstand in Kooperation u. a. mit der Liedermacherin Fasia Jansen, dem Bandoneonorchester Gut-Ton und dem Kasseler Hochschuldozenten Manfred Voss.
1970er und 1980er Jahre: Politisches Engagement
Um 1978/79 engagierte sich Baier verstärkt politisch und gesellschaftlich in der Anti-Atomkraft-Bewegung und der Hausbesetzer-Szene. In diesen Jahren entstanden Solidaritäts-Platten: Mit seiner ersten LP Bauer Maas – Lieder gegen Atomenergie wandte er sich gegen den Bau des Atomkraftwerks Schneller Brüter in Kalkar und unterstützte einen juristischen Prozess dagegen. Mit der zweiten LP Schöner wohnen – abber fix engagierte sich Baier zugunsten eines Rechtshilfe-Fonds für verhaftete Hausbesetzer aus Bochum, Dortmund und Essen. Baier wurde Mitglied einer Bürgerinitiative, die den Abriss der Zechensiedlung Rheinpreußen in Duisburg-Homberg unter anderem mit drei Hungerstreiks verhindern konnte. Später gehörte Baier zu den Gründungsmitgliedern der daraus entstandenen Wohnungsgenossenschaft Rheinpreußensiedlung e.G. Die EP/CD Rheinpreußen ruft Alarm zeugt von diesem Engagement: sie enthält Lieder aus dem Kampf um den Erhalt der 100-jährigen Zechenkolonie. In einer Zusatzstrophe zu Heinrich Kämpchens historischem Lied Auf der Schwarzen Liste kritisierte Baier die Restriktionen des sog. Radikalenerlasses; und er schaltete sich mit seinem Radiothek-Lied in die Debatte um die Abschaffung der WDR-Jugendsendung Fünf nach sieben – Radiothek ein. Beide Lieder erschienen 1981 auf Baiers LP Auf der Schwarzen Liste. Baiers Lieder durften im WDR aus politischen Gründen erst wieder in den späten 1980er Jahren gesendet werden – bis dahin standen sie somit knapp zehn Jahre lang auf dem Index. 1980/81 gab Baier gemeinsam mit Detlev Puls das Buch Arbeiterlieder aus dem Ruhrgebiet heraus; es enthielt Texte und Noten, daneben wurden historische Dokumente und Geschichten aus dem Leben der Arbeiter wiedergegeben. 1982/83 unternahm Baier eine Konzert-Tournee auf Einladung der deutsch-madegassischen Kulturkooperative Cercle Germano-Malgache (CGM) nach Madagaskar und kooperierte dort mit dem Liedermacher Tselonia und der Gruppe Rossy. Bei Konzerten mit einem 4-stündigen Liederprogramm mit deutsch-französisch-madegassischen Übersetzungen der Lieder erreichten sie mehrere Tausend Zuhörer. Mit ihrem dreisprachigen Lied die Liebe – der Mensch – die Revolution eröffnete der Sender Radio Television Madagascar (RTM) über mehrere Monate hinweg täglich sein morgendliches Frühprogramm. Seither wird das Instrument Ukulele auf Madagaskar besonders mit Frank Baier in Verbindung gebracht. 1984 entwickelte Baier gemeinsam mit dem türkischen Komponisten und Liederforscher Mesut Cobancaoglu ein deutsch-türkisches Liederprojekt, das beide gemeinsam etwa drei Jahre lang verfolgten. Ein Resultat waren die gemeinsame LP türkisch-deutsche Lieder: Warum seufzt Du, Wasserrad? und Konzerte in der gesamten Bundesrepublik Deutschland.
1990er Jahre: Erweiterungen im musikalischen Bereich
Frank Baier unterbrach 1988 seine Liedermacheraktivität und konzentrierte sich bis 1995 im Obertonchor Düsseldorf auf den Gesang mit Obertönen. Hierbei lernte er den Bass-Sänger Frank Sievert kennen, der ihn bald darauf im Bau von Harfen unterrichtete. In sein Instrumentarium nahm Baier 1991 eine selbstgebaute Harfe auf; sie war unter Anleitung Frank Sieverts entstanden. Ab 1996/97 studierte Baier sechs Semester die keltische Harfe an der Niederrheinischen Musikschule in Duisburg und begann bald, auf der Harfe eigene Stücke zu komponieren (u. a. Das Lied der Leier). Zwischenzeitlich erschien 1996 Baiers erste Ukulelen-Schule – ein Lehrbuch mit Noten, Akkordgriffen und einer CD; sie enthält Kinderlieder und Skiffle-Stücke für Ukulele.
Verstärkte Aktivität im 21. Jahrhundert
Zu einer Initialzündung geriet sein Gastspiel beim Tanz- und Folkfest Rudolstadt 2002 im Rahmen eines dortigen Regionalschwerpunktes Fokus Regional Ruhrgebiet: in Gestalt einer Verbindung traditioneller Ruhrgebietslieder mit dem Rap. Aus diesem Konzert ergab sich u. a. eine Zusammenarbeit zwischen Baier und der Rap-Formation Sons of Gastarbeita mit späteren Auftritten Baier & Bänd oder der Alte und die Rapper. Ihr gemeinsamer März Rap 1920 stand 2006 über mehrere Monate hinweg auf Platz 1 der deutschen Liederbestenliste. 2003 nahm Baier gemeinsam mit der Gruppe Die Grenzgänger und dem Bremer Musiker Michael Zachcial die CD 1920 – Lieder der Märzrevolution auf; thematisch befassten sie sich dabei mit den Kämpfen zwischen Roter Ruhrarmee und Freikorps in der Ruhrregion nach dem Kapp-Lüttwitz-Putsch im März 1920. 2006 erhielten Die Grenzgänger und Frank Baier für diese Aufnahmen und das CD-Booklet 1920 den „Preis der deutschen Schallplattenkritik 2/2006“. 2003 erschien der Sammelband Folk und Liedermacher an Rhein und Ruhr, in dem Baier in einem umfangreichen Beitrag Leben – kämpfen – solidarisieren – Ruhrgebiet über die Ruhr-Musik-Szene von den Ostermärschen 1962 bis 1996 berichtete. Ab 2008 arbeitete Baier dann über vier Jahre hinweg an seinem nächsten Werk Der Pott singt. Aus seinem privaten Archiv, aus Archiven der Ruhr-Region und aus dem Deutschen Volksliedarchiv Freiburg trug er Lieder, Texte und Interviews zusammen. In diesem Zusammenhang wurde eine Auswahl aus seinen Tonaufnahmen historischer Arbeiterlieder aus dem Ruhrgebiet transkribiert. Heraus kam das über 460 Seiten starke Buch Glück auf – Liederbuch Ruhr: eine Text- und Notensammlung der bekanntesten 100 Lieder aus dem Ruhrgebiet mit Fotos aus ausgesuchten Quellen und Archiven und mit einem umfangreichen Lexikon-Teil (mit Geschichte, Geschichten und Hintergründen). Kurz nach Baiers 75. Geburtstag im Februar 2018 erschien die CD Wat’n Theater, man – Frank Baier 2017, die Lieder aus den Jahren 1976 bis 2016 enthält und die Platz 2 der monatlichen Liederbestenliste erreichte. Im April 2018 war Baier Preisträger des Geschichtswettbewerbs Hau rein, den das Forum Geschichtskultur Ruhr und Emscher e. V. veranstaltete; die Jury würdigte Baiers langjährigen Beitrag zu Aufarbeitung, Interpretation und Aktualisierung des Ruhrgebiets-Liedgutes sowie sein kulturelles und politisches Engagement.
Diskografie
1971 – Gitarre vorm Bauch – Lieder am Rande (Solist) (LP, Verlag Schwann) 1971 – Lieder vor und hinter Gittern (Single, Verlag Schwann) 1972 – Rotes Liebeslied (Kattong) (Single, Verlag: Jungsozialisten in der SPD) 1972 – Stiehl dem Volk die Geduld (Kattong), (LP, Verlag Schwann) 1974 – Deutsche Liedermacher – Songfestivel Ingelheim. Live-Mitschnitt (Mitwirkung, BaierWestrupp) (LP, Verlag Electrola Songbird) 1976 – Dat muß doch auch wat Späßken bringen (BaierWestrupp) (LP, Verlag Pläne) 1976 – Walter h. c. Meier Pumpe (LP, Verlag Electrola – Songbird) 1978 – Mein Vater war Bergmann – Bergarbeiterlieder (Mitwirkung) (LP, Verlag Pläne, 2004 als CD-Neuedition) 1978 – Bauer Maas. Lieder gegen Atomenergie (LP, Pass-op Produktion) 1979 – 10 Jahre danach. Lieder aus dem Theaterstück Eurovia (EP, Verlag 'pläne') 1980 – Lieder und Musik aus dem Ruhrgebiet vom Pütt und vonne Maloche (Mitwirkung) (LP Verlag Gruner & Jahr, Marifon-LP) 1981 – Radiothek unterwegs – Das war’s: Radiothek. Ausschnitte aus der letzten Radiothek-Sendung vom 30. Dezember 1980 (Mitwirkung) (LP, vom Urheberrechtsinhaber WDR nicht autorisierte Schwarzpressung aus der Reihe Legal – Illegal – Scheissegal) 1981 – Auf der Schwarzen Liste (LP, Verlag 'pläne') 1982 – Wir wollen leben. Lieder gegen den Untergang (Mitwirkung mit dem Lied „Richard“) (LP, Verlag FolkFreak) 1982 – Schöner wohnen abber fix!! Lieder, Reggae, Rock & Dampf – Kohle für den Häuserkampf (LP, Pass-op Produktion) 1985 – Philippinen – Lieder der Freiheit – Jess Santiago (Mitwirkung mit dem Lied „Halina“) (MC, Verlag Pario-Freundeskreis e. V., Agphi und DPSG Paderborn) 1986 – Türkisch-deutsche Lieder: „Warum seufzt du, Wasserrad“ (Frank Baier mit Mesut Cobancaoglu) (LP, Verlag 'pläne') 1989 – Als die Mieter frech geworden. Lieder aus der Rheinpreußen-Siedlung (EP, Verlag 'pläne' & Wohnungsgenossenschaft Rheinpreußen) 1991 – Spirit come – Christian Bollmann mit Oberton-Chor Düsseldorf Projekt 90 (CD, Verlag Lichthaus Musik) 1998 – Kartoffelkrautfeuer. Gedichte von Hugo Ernst Käufer – Lieder von Frank Baier (CD, Verlag Open Ear) 2001 – Lieder aus Madagaskar. Frank Baier – Rossy – Tselonia. Tana, Januar 1983 (CD, Eigenverlag / Verlag Open Ear, Remaster 2009) 2002 – Frankie und Johnny (mit Werner Gradaus) (CD, Eigenverlag) 2003 – Portrait (CD, Verlag 'pläne', Neuedition der LPs Dat muß doch auch was Späßken bringen und Auf der Schwarzen Liste) 2003 – Himmel anne Emscher. Die AkkordArbeiter: Frank Baier und Barney Brandts (CD, Eigenverlag) 2004 – Mein Vater war Bergmann (CD, Verlag 'pläne') 2005 – Rheinpreußen ruft Alarm. Lieder aus der Rheinpreußensiedlung (Mitwirkung) (CD, Verlag 'pläne', zum Teil eine Neuedition von Wir wollen leben) 2005 – Marsch der Minderheit. 40 Jahre deutsches Lied bei pläne (Mitwirkung mit dem Lied Runter vom Balkon) (CD, Verlag Pläne) 2006–1920. Lieder der Märzrevolution (mit Die Grenzgänger und Sons of Gastarbeita) (CD, Verlag Müller-Lüdenscheid – 2015 neu aufgelegt unter dem Titel Keine Bange, Leschinsky) 2008 – Für wen wir singen. Liedermacher in Deutschland (Mitwirkung: Frank Baier und BaierWestrupp) (CD, Verlag Bear Family) 2010 – Mitternachtsgesänge – Jooschen Engelke. Die verlorenen Lieder des Jooschen Engelke (Mitwirkung) (CD, Verlag Conträr Musik) 2011 – Let’s get together in Venezuela. Songs zur Weltfrauenkonferenz (Mitwirkung mit dem Lied „Halina“) (CD, Verlag Le Gilles) 2012 – Heiz das Feuer wieder an (Mitwirkung mit dem Lied Wunderbar) (CD, Eigenverlag Zeitgeist-Ensemble Ruhr) 2015 – Lieder zur Lage – 70er Jahre (Kattong) (CD, Eigenverlag Frank Baier) 2015 – Gesänge des Ruhrgebiets von 1870 bis 1980 (LP, JumpUp Productions) 2018 – Wat’n Theater, man – Frank Baier 2017 (CD, Eigenverlag Frank Baier)
Bücher und Sammelbandbeiträge
Bergarbeiterlieder aus dem Ruhrgebiet. In: Jörg-Dieter Barz u. a. (Red.): 3. Duisburger Akzente: Kleiner Mann, was tun?! Volksstücke, Texte, Lieder. 3.-20. Mai 1979. Duisburg 1979, S. 247–254. Beiträge im Sammelband Kleiner Mann – was tun?! Internationale demokratische Lieder. Lieder und Leute – vor Ort. Materialien, hg. vom forum – Volkshochschule der Stadt Duisburg, Duisburg 1979. Frank Baier, Detlev Puls (Hrsg.): Arbeiterlieder aus dem Ruhrgebiet. Frankfurt am Main 1981. Lieder und Leute vor Ort. Arbeitsweisen mit alten und neuen Liedern im Ruhrgebiet. In: Arbeiterliedarchiv der Akademie der Künste der DDR / Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR (Hrsg.): Lied und politische Bewegung. Materialien zur Arbeitstagung zum 30-jährigen Bestehen des Arbeiterliedarchivs an der Akademie der Künste der DDR. 13.–15. Februar 1984. (= Wissenschaftliche Beiträge. 13). Leipzig 1984, S. 123–134. Geranien im Vogelkäfig. Von Liebe, Kampf und Mut in der Rheinpreußen-Siedlung. In: Hans-Martin Große-Oetringhaus, Sigrid Kruse (Hrsg.): Duisburg auf den zweiten Blick. Texte und Bilder über die eigene Stadt. Duisburg 1994, S. 140–149. Ruhrgebiet – Leben, Kämpfen, Solidarisieren. In: Robert v. Zahn (Hrsg.): Folk und Liedermacher an Rhein und Ruhr. Münster (Westf.) 2003, S. 129–193. Frank Baier, Jochen Wiegandt (Hrsg.): Glück auf – Liederbuch Ruhr. Lieder und Lexikon, Essen 2013. Frank Baier: Leben-Kämpfen-Solidarisieren Ruhrgebiet. Textsammlung, Duisburg-Istanbul 2022.
Auszeichnungen
2006 – Preis der deutschen Schallplattenkritik (gemeinsam mit Die Grenzgänger und Sons Of Gastarbeita) für 1920. Lieder der Märzrevolution mit einem 68seitigen Beiheft, die sich mehrere Monate lang auf Platz 1 der deutschen Liederbestenliste hielt 2014 – Mercator-Ehrennadel der Stadt Duisburg 2018 – Preisträger im Wettbewerb Hau rein des Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e. V. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Baier)
www.frank-baier.de

Frank Baier singt "Über unsern Kohlenpott"
Aufgenommen in der Architekturfabrik Aachen. Aus einem Film von Florence Kraak und Klaus Helle.

Karl-Heinz Gajewsky

1952 in Dortmund geboren, Volksschule, Realschule, Höhere Handelsschule, Arbeit bei Rheinstahl, Wehrdienst, Arbeit bei Hoesch Rothe Erde-Schmiedag AG, Studium der Sozialarbeit, 36 Jahre Berufstätigkeit, zuletzt 10 Jahre Betreuung psychisch kranker Menschen. Seit 1975 Auftritte als Liedermacher und Mitglied der Gruppen „Irrlicht und Feuer“, „Vor Ort“ (nach einem Gedichtband von Günter Westerhoff benannt), „Duo Zündholz“ (nach einem Gedichtband von Joachim Polnauer benannt). Zahlreiche Auftritte im In- und Ausland. Vertonungen eigener und Texte von Ilse Kibgis, Josef Büscher, Richard Limpert, Josefine Konietzko, Liselotte Rauner, Günter Westerhoff, Kurt Küther, Erich Mühsam, Kurt Tucholski, Reinhard Valenta, Heinz Kahlau, Klabund, Gisela Steineckert, Theodor Storm Robert Gernhardt, Freiherr von Eichendorff, Johannes R. Becher, Paul Polte, Kai Lorentz, Heinz Rüther, Erich Weinert, Schmuel Jankew Imber, Pessach Binezki, Wieland Schmied und Nicole Modry. 
1983 Förderpreis der Stadt Gelsenkirchen, WDR-Film „Fast ein Prolet“, Hörfunkbeiträge, Teilnehmer der Gelsenkirchener Tage der Industrie- und Arbeiterliteratur. 1988 Ehrenmitglied der Gruppe Bochumer Autoren e.V.. 
Filmmusiken für ZDF- und WDR-Produktionen. Produktion von Hörbüchern, musikalische Begleitung zahlreicher Autoren bei ihren Lesungen. Tonträger "gestritten gehofft getanzt" (Liederbriefe nach Texten von Heinz Kahlau, Robert Gernhardt, Gisela Steineckert, Kalle Gajewsky, Theodor Storm, Freiherr von Eichendorff), "Gott oder Mama" (Lieder nach Texten von Gisela Steineckert), "Zaungäste" (eine musikalische Lesung mit Ilse Kibgis), "Der kleine Fuchs und ein Wald voller Musik" (Benefiz-CD für das Kinderhospiz 'Arche Noah'), "Zeche? Frachsse mich wattat is..." (Kurt Küther erzählt), "Und eines Tages bin ich wieder da" (Jutta Kieber erzählt) und "In bester Gesellschaft" (Autorenportrait Wilfried Besser, Edith Linvers, Helmut Peters). Auf einer lizensierten Vereins-CD für Schalke 04 wurde neben dem Fußballlied die Vertonung von "Bergmann an der Himmelstür" (Josef Büscher) veröffentlicht. Daneben Arbeit an einem Klabund-Programm. Interviews der Schriftsteller Heinz Kahlau (wohnhaft auf der Insel Usedom) und Gisela Steineckert (Berlin). 
Im Jahr 2006 Entwicklung des Konzepts zu dem Schallarchiv der Ruhrgebietsliteratur "REVIERCAST". Bislang wurden ca. 350 Ruhrgebietsautoren schriftlich vorgestellt und fast 400 von gut 500 produzierten Hör- und Videobeiträgen veröffentlicht (Lesungen, literaturwissenschaftliche Tagungen etc.). Seit April 2012 werden neben Ton- auch Videoaufnahmen erstellt. Medienpartner der Universität Duisburg-Essen, der LWL-Literaturkommission für Westfalen und des Museums für Westfälische Literatur (Kulturgut Haus Nottbeck). 
Für seine umfängliche Arbeit wurde Karl-Heinz Gajewsky mit dem Literaturpreis Ruhr 2013 ausgezeichnet. 
Als Fotograf: "London Street" – Straßenfotografie. Ausstellung in der Werkstatt Buer. "Schalkeland" - Fotografien zu den Gedichten von Ilse Kibgis. Sonderausstellungen in der Werkstatt Buer und im Museum für westfälische Literatur. "Haldenhub – Lyrische und fotografische Spaziergänge von Jürgen Brôcan und Karl-Heinz Gajewsky", Sonderausstellung im Museum für westfälische Literatur, Kulturgut Haus Nottbeck, 20.02. - 29.05.2022.
www.gajewsky.de

Weltkulturerbe Zollverein. Duo Zündholz live 1986
Karl-Heinz Gajewsky und Norbert Labatzki live. Text: Richard Limpert, Musik: Kalle Gajewsky.

Literaturpreis Ruhr 2013, Fernsehbericht
Karl-Heinz Gajewsky und sein Literaturprojekt www.reviercast.de im Portrait.

„Haldenhub – Lyrische und fotografische Spaziergänge von Jürgen Brôcan und Karl-Heinz Gajewsky"
Sonderausstellung im Westfälischen Literaturmuseum, Kulturgut Haus Nottbeck, 20.02.2022 bis 29.05.2022

„Haldenhub – Lyrische und fotografische Spaziergänge von Jürgen Brôcan und Karl-Heinz Gajewsky"
Rundgang durch die Sonderaustellung im Westfälischen Literaturmuseum, Kulturgut Haus Nottbeck, 20.02.2022 bis 29.05.2022

„Haldenhub – Lyrische und fotografische Spaziergänge von Jürgen Brôcan und Karl-Heinz Gajewsky"
Prof. Walter Gödden über die Sonderausstellung im Westfälischen Literaturmuseum, Kulturgut Haus Nottbeck, 20.02.2022 bis 29.05.2022

Jürgen Brôcan

Jürgen Brôcan (* 29. November 1965 in Göttingen) ist ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Essayist und Übersetzer. Er studierte Germanistik und Europäische Ethnologie an der Georg-August-Universität Göttingen und begann zu dieser Zeit mit Übersetzungen. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller, Literaturkritiker, Herausgeber und Übersetzer. 2003 zog er nach Dortmund. Er schreibt auch Essays und Rezensionen vor allem für das Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung und für das Hamburger Onlineforum fixpoetry von Julietta Fix. Auszeichnungen: 2007 Stipendium des Autorenförderungsprogramms für Essay, Stiftung Niedersachsen, 2010 Stipendium der Kunststiftung NRW (für Antidot), 2010 Paul Scheerbart-Preis, Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung 2015, Stipendium der Kunststiftung NRW (für Holzäpfel), 2016 Literaturpreis Ruhr, 2016 postpoetryNRW. Werke (kleine Auswahl): "Monolithen", Edition Maldoror, Berlin 1995. Querschläger, Edition Maldoror, Berlin 1998, "Die Haut hinter den Worten". Edition An der Leine, Göttingen 2000, "Ortskenntnis", Gedichte 1996–2006. Lyrikedition 2000, München 2008, "Antidot", Gedichte. Edition Rugerup, Hörby; Berlin 2012, "Holzäpfel", Edition Rugerup, Berlin 2015, "hymnenrauh", Edition Haus Nottbeck, Oelde und Dortmund, 2016. Übersetzungen: u.a. René Char: Die Ebene. Edition Quatre en Samisdat, Berlin 1999. Marianne Moore: Kein Schwan so schön. Urs Engeler Editor, Basel 2001. Gustaf Sobin: Das Taubenhaus. Berliner Taschenbuch Verlag, Berlin 2003. Ranjit Hoskoté: Die Ankunft der Vögel. Hanser Verlag, München 2006. Walt Whitman: Grasblätter. Hanser Verlag, München 2009. Clayton Eshleman: Die Friedhöfe des Paradieses. Ausgewählte Gedichte 1974–2010. Hanser Verlag, München 2011. Nathaniel Hawthorne: Der scharlachrote Buchstabe. Eine Phantasie. Hanser Verlag, München 2014 / Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M.; Zürich; Wien 2014 / Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2014 / dtv Verlagsgesellschaft, München 2016. Mit Kerstin Zimmermann: Stephen Henighan: Unsere Welt in Gefahr. Klimawandel und Zivilisation. Alouette Verlag, Oststeinbek 2014. aniele Pantano: Dogs in untended fields/Hunde in verwahrlosten Feldern. Gedichte (eng./dt.). Wolfbach Verlag, Basel; Zürich; Roßdorf 2015. (Quelle: Wikipedia).

Literaturpreis Ruhr 2016 - Dankesworte und Kurzlesung
Jürgen Brôcan, Martin Luther Forum Ruhr, Gladbeck, 11. November 2016

Jürgen Brôcan: Ruhrnatur und das Erbe der Industrialisierung
Jürgen Brôcan liest aus dem Buch: Nachrichten aus dem Dreistromland. Live-Aufnahme aus dem Literaturhaus Herne Ruhr, 5. Februar 2020.

Jürgen Brôcan "Nachrichten aus dem Dreistromland".
Jürgen Brôcan liest aus dem Buch: Nachrichten aus dem Dreistromland. Live-Aufnahme aus dem Literaturhaus Herne Ruhr, 5. Februar 2020.

„Haldenhub – Lyrische und fotografische Spaziergänge von Jürgen Brôcan und Karl-Heinz Gajewsky"
Sonderausstellung im Museum für westfälische Literatur, Kulturgut Haus Nottbeck, 20.02.2022 bis 29.05.2022

„Haldenhub – Lyrische und fotografische Spaziergänge von Jürgen Brôcan und Karl-Heinz Gajewsky"
Rundgang durch die Sonderaustellung im Westfälischen Literaturmuseum, Kulturgut Haus Nottbeck, 20.02.2022 bis 29.05.2022

„Haldenhub – Lyrische und fotografische Spaziergänge von Jürgen Brôcan und Karl-Heinz Gajewsky"
Prof. Walter Gödden über die Sonderausstellung im Westfälischen Literaturmuseum, Kulturgut Haus Nottbeck, 20.02.2022 bis 29.05.2022

Jürgen Brôcan liest seinen Gedichtzyklus HALDENHUB
Live im Museum für westfälische Literatur, Kulturgut Haus Nottbeck, 18.02.2022

Mithu Sanyal

Mithu Sanyal wurde 1971 als Tochter einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters in Düsseldorf-Oberbilk geboren und wuchs dort auf. Sie studierte deutsche und englische Literatur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und promovierte über die Kulturgeschichte des weiblichen Genitals. Aus ihrer Doktorarbeit entstand 2009 das Buch Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts. Seit 1996 ist Mithu Sanyal feste Autorin für den WDR, für den sie Features und Hörspiele macht. Darüber hinaus schreibt sie für NDR, BR, Frankfurter Rundschau, Literaturen, taz, junge Welt, SPEX, Bundeszentrale für politische Bildung etc. und war ehrenamtliche Redakteurin der feministischen Zeitschrift Wir Frauen. Seit Erscheinen ihres zweiten Buches Vergewaltigung wird Sanyal häufig als Expertin, Vortragende, Moderatorin, Gesprächspartnerin und Studiogast zu Beiträgen, Lesungen, Vorträgen, öffentlichen Diskussionsrunden und ins Fernsehen eingeladen. Vergewaltigung wurde wie Vulva in mehrere Sprachen übersetzt. Für ihre Radiobeiträge über die Kulturgeschichte des Lesens bekam sie dreimal den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis der Stiftung Lesen. Die Analyse Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens wurde 2017 mit dem Sonderpreis im Rahmen des Programms Geisteswissenschaften International ausgezeichnet. Sanyals Roman Identitti erreichte 2021 die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Im selben Jahr wurde ihr der Ernst-Bloch-Preis zugesprochen und der Roman auch mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. (Quelle: Wikipedia)
www.sanyal.de

Mithu Sanyal liest aus ihrem preisgekrönten Roman IDENTITTI"
Mitschnitt vom 28. Oktober 2021, Ruhrfestspielhaus Recklinghausen.

Race und Sex - Das Buch "Identitti" von Mithu Sanyal
Beitrag der Kultursendung titel thesen temperamente

Literaturpreis Ruhr 2021

Der Literaturpreis Ruhr ist die wichtigste ideelle wie materielle Auszeichnung für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Ruhrgebiet leben, sowie für Autorinnen und Autoren von außerhalb, die über die Region schreiben. Er wird seit 1986 jährlich vom Regionalverband Ruhr vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut.

Jurymitglieder Karla Paul (Buchbloggerin), Prof. Dr. Alexandra Pontzen (Universität Duisburg-Essen) und Patrick Musial (Buchhandlung Musial) über den Roman „Identitti“, für den Mithu Sanyal den Hauptpreis des Literaturpreises Ruhr 2021 erhält.
Videocollage: Antje Deistler, Literaturbüro Ruhr. Animation: Anna-Lisa Konrad. Produktion: Thomas Blachetzki, tbv Filmproduktion

Esra Canpalat

Esra Canpalat ist Autorin und Literaturwissenschaftlerin aus dem Ruhrgebiet. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Komparatistik) sowie Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Von 2014-2016 arbeitete sie als Infotrainerin im Hartware MedienKunstVerein (HMKV) im Dortmunder U. Ab Oktober 2016 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Graduiertenkolleg 2132 „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ an der Ruhr-Universität Bochum angestellt. Sie schreibt Erzählungen, Essays, Rezensionen, wissenschaftliche Artikel und kulturvermittelnde Texte. 2012 erschien ihre erste Kurzgeschichte in der Anthologie „Druckstellen“ im Rahmen des zweiten Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Weitere Veröffentlichungen folgten in Anthologien und Literaturzeitschriften. Zudem war sie von 2011-2017 Redaktionsmitglied des Online-Feuilletons „literaturundfeuilleton“ und organisierte von 2015-2017 die Literaturlesung „Library Days, Bar Nights“ im Café Treibsand in Bochum. Derzeit arbeitet sie an einer Doktorarbeit zu dokumentarischen Gesten und Transkulturalität in türkischer Literatur der frühen 2000er Jahre. Ihre Themenschwerpunkte sind Inter- und Transkulturalität, Antirassismus, Gender, Feminismus, autobiografisches Erinnern und dokumentarisches Schreiben/Erzählen.
www.esracanpalat.com

Esra Canpalat liest aus ihrer presgekrönten Erzählung "Wallrosshaut"
Mitschnitt vom 28. Oktober 2021, Ruhrfestspielhaus Recklinghausen.

Förderpreis für Esra Canpalat, Literaturpreis Ruhr 2021
Mitschnitt vom 28. Oktober 2021, Ruhrfestspielhaus Recklinghausen. Sandra Da Vina begründet die Entscheidung der Jury.

Stefan Thoben

Stefan Thoben, 1981 in Oldenburg geboren, lebt als freier Journalist in Hannover und Berlin. Stefan Thobens „Ein Traum in bunt“ ist mehr als ein weiterer Bildband, der die schon oft fotografierten Ikonen und Landmarken des Ruhrgebiets zeigt. Es ist ein „Reiseführer“, der bewusst die bekannten Ziele umgeht. Vielmehr zeigt die Reise Unerwartetes, Brüche und Biografien. „Ein Traum in bunt“ fordert seine Leser*innen, Bild und Text fügen sich nicht automatisch zu einem harmonischen Ganzen. Es bedarf eines zweiten Blicks bei Wort und Bild. Man ändert die Sicht, man entdeckt die Region neu. (Quelle: Literaturbüro Ruhr)

Stefan Thoben liest aus seinem Bildband EIN TRAUM IN BUNT
Stefan Thoben live im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen. Aufnahme vom 28. Oktober 2021

Volker Jarck

Volker Jarck, geboren 1974, hat im Buchhandel gejobbt, in Bochum Literatur studiert und Theater gespielt. In Frankfurt am Main und Berlin hat er bei großen Buchverlagen als Lektor und Programmleiter gearbeitet. Volker Jarck lebt mit seiner Frau, einer Drehbuchautorin, in seiner norddeutschen Heimatstadt Sein Roman "Sieben Richtige ist in den S. Fischer Verlagen erschienen.
www.volkerjarck.de

Volker Jarck & Christoph Maria Herbst über SIEBEN RICHTIGE
Eine Veröffentlichung der S. Fischer Verlage

Volker Jarck liest aus seinem Roman "Sieben Richtige"
Volker Jarck live im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen. Aufnahme vom 28. Oktober 2021