Hape Kerkeling

Hans-Peter Wilhelm „Hape“ Kerkeling wurde 1964 als Sohn eines Tischlers und einer Floristin in Recklinghausen geboren. Nach dem Suizid seiner Mutter 1973 zogen seine Großeltern väterlicherseits zu seinem Vater, seinem Bruder Josef und ihm. Die Familie seines Großvaters stammt aus den Niederlanden; daher kommt auch der Familienname. 1984 legte Kerkeling das Abitur am Marie-Curie-Gymnasium in Recklinghausen ab. In seiner Schulzeit war er Ministrant. Mit einigen Mitschülern brachte er unter dem Bandnamen "Gesundfutter" eine Schallplatte mit dem Titel "Hawaii" auf den Markt. Seine Bemühungen um Fernsehpräsenz begannen mit einem Misserfolg: 1977 bewarb sich der damals Zwölfjährige bei Loriot für die Rolle des moppeligen Kindes Dicki im Sketch Weihnachten bei Hoppenstedts. Die Rolle erhielt jedoch Katja Bogdansk. Seinen ersten Fernsehauftritt hatte er mit 17 Jahren im "Talentschuppen". Er trat bei verschiedenen Talentwettbewerben auf und gewann 1983 den damals erstmals vergebenen Passauer Kabarettpreis "Scharfrichterbeil". Er arbeitete für verschiedene Rundfunkanstalten, unter anderem für den WDR und den BR. Den Durchbruch schaffte Kerkeling 1984/85 in der Musik- und Ulk-Show "Känguru". Zur gleichen Zeit trat er in "Kerkelings Kinderstunde" mit der Figur des Vorschulkindes Hannilein auf. Es folgten Gastauftritte und Sketche (unter anderem mit Margarethe Schreinemakers) in der Radio-Bremen-Sendung "Extratour". In seiner Biografie erwähnt Kerkeling, dass Otto Waalkes einen großen Beitrag zu seinem Karrierestart leistete, indem er ihn zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten bekannt machte. Von 1989 bis 1991 moderierte Kerkeling die Deutsche Vorentscheidung zum "Eurovision Song Contest" in der ARD. Die deutsch-österreichische Fehde bei dieser Veranstaltung verleitete ihn immer zu der satirischen Begrüßung „… und auch an unsere Nachbarn drüben in … Österreich“, die an die Begrüßung der DDR-Zuschauer im Westfernsehen erinnern sollte. 1989 gestaltete Kerkeling zusammen mit dem Pianisten Achim Hagemann und Angelo Colagrossi als Co-Autor mit seiner medienkritischen Sendung "Total Normal" ein Comedy-Format, für das er mit der Goldenen Kamera, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Vor allem zwei Aktionen sind auch Jahre nach dem Ende der Sendung in Erinnerung geblieben: Verkleidet als Königin Beatrix gelang es Kerkeling am 25. April 1991, vor laufender Kamera in einem Wagen vor Eintreffen der echten Königin im Schloss Bellevue vorzufahren. Außerdem trug Kerkeling in der Maske eines polnischen Opernsängers zur Klavierbegleitung von Achim Hagemann ein „expressives Stück“ vor, eine Parodie auf Neue Musik, die in dem lauten und unvermittelten Ausruf „Hurz!“ mündete. Das nicht eingeweihte Publikum nahm die Darbietung ernst und ließ sich anschließend zu einer intellektuellen Diskussion über die Aussage des Stücks verleiten. Dabei wagte nur eine Teilnehmerin offen auszusprechen, dass sie mit seiner Darbietung überhaupt nichts anfangen könne. Kerkeling antwortete daraufhin bewusst hochnäsig, dass ihr wohl „der intellektuelle Zugang“ fehle. Hurz! erschien 1992 als Single. Das Mottolied einer anderen Folge, "Das ganze Leben ist ein Quiz", schaffte als Single-Veröffentlichung den Einstieg in die deutschen Hitlisten. Das Lied war ein inoffizielles Cover des italienischen Liedes Sì, la vita è tutta un quiz (1988). Am 10. Dezember 1991 outete der Filmemacher Rosa von Praunheim Kerkeling und andere Prominente in der RTLplus-Talkshow Explosiv – Der heiße Stuhl als homosexuell. Den daraufhin einsetzenden Medienrummel, vor allem in der Boulevardpresse, kommentierte Hape Kerkeling mit den Worten: „Sensiblere Naturen als ich hätten sich jetzt wahrscheinlich mit dem Fön in die Badewanne gelegt. Was soll’s. Morgen werden sie eine andere Sau durchs Dorf treiben.“ 1993 erschien Kerkelings erster Kinofilm, die Satire "Kein Pardon", für die er gleichzeitig als Regisseur und Schauspieler tätig war und an deren Drehbuch er mitschrieb. Die Handlung wurde 2011 als Bühnenfassung "Kein Pardon – Das Musical" uraufgeführt. Danach kehrte Kerkeling zurück zum Fernsehen. Zunächst ging er mit der Sendung "Cheese" (Januar bis April 1994, 13 Folgen), der ein ähnliches Konzept wie "Total Normal" zugrunde lag, zum Privatsender RTL. Nach diesem ersten Misserfolg in Kerkelings Karriere wechselte er wieder zurück zur ARD und präsentierte dort drei weitere erfolglose Formate: "Warmumsherz" (Oktober bis Dezember 1995, 6 Folgen), "Zappenduster" (Januar bis April 1997, 13 Folgen) und "Gisbert" (Mai bis Juni 1999, 6 Folgen). Während der Zeit drehte Kerkeling weiterhin mehrere Fernsehfilme: "Club Las Piranjas" (1995), "Willi und die Windzors" (1996) und "Die Oma ist tot" (1997). Erst 1999 war Kerkeling mit der Sat.1-Sendung "Darüber lacht die Welt" wieder im Fernsehen erfolgreich. Mit einem „Knopf im Ohr“ unterstützt von Schachmeisterin Elisabeth Pähtz spielte er verkleidet als iranischer Großmeister Mehdi Mikamahdav Simultanschach gegen die Schacherstligisten des FC Bayern München. Er trat als finnischer Sänger der fiktiven Rapgruppe R.I.P. Uli in der VIVA-Sendung Interaktiv bei Milka Loff Fernandes und als Kleingärtner Rico Mielke in einer Diskussionssendung von Heinrich Lummer auf. In einer weiteren Aktion trat er als litauischer Fußballtrainer Albertas Klimawiszys auf, der den damaligen Trainer Klaus Augenthaler beim Grazer AK ablösen sollte. Für Sat.1 moderierte er auch mehrmals die alljährliche Spenden-Gala für die Deutsche AIDS-Stiftung. Auf dem Parteitag der CDU im Mai 2000 versuchte er, verkleidet als italienischer Eisverkäufer, Angela Merkel einen Eisbecher „Copacabana“ zu servieren, während sie am Podium vor dem Saal sprach. Die Entfernung seiner Gallenblase und ein Hörsturz veranlassten Kerkeling zu einer kurzen Auszeit. Im Juni und Juli 2001 pilgerte Kerkeling ca. 630 Kilometer auf dem nordspanischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Für die Moderation von "Die 70er Show" auf RTL wurde er 2003 mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Moderation Unterhaltung ausgezeichnet. 2003 drehte Kerkeling erneut einen Kinofilm mit dem Titel "Samba in Mettmann", der im nordrhein-westfälischen Mettmann spielt. Der Film floppte bei seiner Uraufführung im Januar 2004 in den Kinos und war kommerziell deutlich weniger erfolgreich als "Kein Pardon", wurde aber bei RTL mit Erfolg ausgestrahlt und brachte dem Kölner Sender einen Marktanteil von 23,5 % in der werberelevanten Zielgruppe. Im Mai 2004 und im Mai 2005 moderierte er bei RTL den "Großen Deutsch-Test" sowie im Oktober 2004 den "Großen Deutschlandtest". Vom Frühjahr 2005 bis März 2006 moderierte Kerkeling die von Günther Jauchs Produktionsfirma i&u TV produzierte Show "Hape trifft!" die bei RTL saisonal ausgestrahlt wurde. Bisher wurde jeweils eine Staffel mit wöchentlichen Sendungen im Frühjahr und im Herbst gesendet. In der Sendung traf Kerkeling auf deutsche und internationale Stars und verkleidete sich unter anderem als rasender Reporter Horst Schlämmer, als Schwabe Siggi Schwäbli und als niederländische Paartherapeutin Evje van Dampen. Die Show wurde im NOB Studio 8 in Hürth bei Köln produziert. Im April und im Mai 2006 moderierte er zusammen mit Nazan Eckes die Live-Show "Let’s Dance". In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit sagt Kerkeling im Nachhinein, dass er die Moderation von Let’s Dance wegen der Medienschelte um Heide Simonis abgebrochen hätte, wenn ihn die Vertragsbedingungen mit dem Sender nicht zum Weitermachen gezwungen hätten. Trotzdem moderierte er vom 14. Mai bis zum 30. Juni 2007 gemeinsam mit Nazan Eckes auch die zweite Staffel der Show. Kerkeling ist seit Jahren mit verschiedenen Bühnenprogrammen auf Tournee. Seine letzte Tournee mit dem Programm "Wieder auf Tour" endete im Dezember 2006. Seine Live-Aufzeichnung "Hape Kerkeling Live!" erschien im März 2007 auf DVD. Im Mai 2006 veröffentlichte Kerkeling sein Buch "Ich bin dann mal weg" über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg im Jahr 2001, das mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren zum meistverkauften Buch des Jahres 2006 in Deutschland wurde. Bis zum Mai 2008 wurden mehr als drei Millionen Exemplare verkauft. In dem Buch konkretisiert er sein ganz persönliches Glaubenserlebnis mit dem Ausruf „Ich habe Gott getroffen!“. In einem Zeitungsinterview deutete er an, sich erneut für längere Zeit aus dem Fernsehgeschäft zurückzuziehen, um sich einem Buchprojekt zu widmen und an neuen Ideen zu arbeiten. Von April 2008 bis Juni 2008 lief auf RTL seine neue Sendung "Hallo Taxi". Sie war weniger erfolgreich. Im Juni 2008 synchronisierte Kerkeling die Rolle des Pandabären Po im Animationsfilm "Kung Fu Panda". Ab Mai 2008 verfilmte das ZDF Kerkelings Hörbuch "Ein Mann, ein Fjord!". Regie führt Angelo Colagrossi, das Drehbuch stammt von Kerkeling, Colagrossi und Angelina Maccarone. Neben Jürgen Tarrach, Anneke Kim Sarnau, Matthias Brandt und Horst Krause ist Kerkeling in den Rollen von Horst Schlämmer, Uschi Blum und Gisela zu sehen. Der Film wurde am 21. Januar 2009 vom ZDF ausgestrahlt. Am 28. Februar 2009 trat er als Uschi Blum in der Fernsehsendung "Wetten dass..?" auf und sang sein Lied "Sklavin der Liebe". Am 20. August 2009 startete sein Kinofilm "HORST SCHLÄMMER - ISCH KANDIDIERE!". Im September 2009 nahm Kerkeling zum 10-jährigen Jubiläum am Prominenten-Special von "Wer wird Millionär" teil und erspielte 125.000 Euro für die Deutsche AIDS-Stiftung. Seit 2010 moderiert er die "Verleihung der Goldenen Kamera" im ZDF. Im Mai 2010 nahm er als Präsident der fünfköpfigen Jury und Präsentator der Punktevergabe von Deutschland am Eurovision Song Contest 2010 teil. Am 17. Dezember 2010 strahlte RTL Kerkelings Show "Hapes zauberhafte Weihnachten" aus, zu der am 3. Dezember 2010 eine gleichnamige Audio-CD mit den Liedern der Show erschien. Mitte Oktober 2011 äußerte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut, Kerkeling sei für ihn die erste Wahl als Nachfolger von Thomas Gottschalk als Moderator der Sendung "Wetten, dass..?". Am 5. November 2011 erklärte Kerkeling allerdings während einer Ausgabe der Show, dass er die Moderation der Sendung nicht übernehmen werde. Er begründete seine Entscheidung damit, sich mehr auf seine aktuellen Projekte konzentrieren zu wollen. Ende 2011 moderierte Kerkeling im ZDF den Jahresrückblick "Menschen 2011" und führte im Rahmen der Sendereihe "Terra X" durch die sechsteilige Dokumentation "Unterwegs in der Weltgeschichte". Kerkeling lieh dem Schneemann Olaf im 2013 erschienen Disney-Film "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" seine Stimme. Im Mai 2014 erschien seine CD "Ich lasse mir das Singen nicht verbieten", auf der er unter anderem bekannte deutsche Schlager singt, im Oktober des gleichen Jahres die Autobiografie mit dem Titel "Der Junge muss an die frische Luft". Anlässlich seines 50. Geburtstages am 9. Dezember 2014 strahlte das ZDF einen Film aus, der die fiktive Planung seiner Geburtstagsshow zeigt. Anlässlich dieses Geburtstags kündigte Kerkeling an, seine Karriere im großen Showgeschäft zu beenden (Quelle: Wikipedia, homepage Hape Kerkeling).
hapekerkeling.de

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil I
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil II
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil III
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil IV
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil V
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil VI
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil VII
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil VIII
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling liest aus "Ich bin dann mal weg", Teil IX
Lesung aus dem St. Pauli Theater in Hamburg.

Hape Kerkeling singt Hurz
Hape Kerkeling singt aus der Oper Hurz

Hape Kerkeling als Königin Beatrix
Radio Bremen, 1991